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Der erste Schritt

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Kurt Zanker ist CTO bei der Serter GmbH - seit drei Monaten. Das Unternehmen ist ein Familienbetrieb des Maschinenbaus mit knapp 200 Mitarbeitern. Seit einiger Zeit entwickelt und baut Serter auch Anlagen. Diese umfassen neben eigenentwickelten Maschinen auch Komponenten zur Automation.

Zanker ist mit Tatendrang und Wissensdurst bei seiner Arbeit. Da er noch neu bei Serter ist, stellt er viele Fragen. Viele davon werden zufriedenstellend beantwortet. Jedoch: der knorrige Konstruktionsleiter, Karl Bleibtreu, nimmt einige Fragen doch eher mürrisch auf. Bleibtreu will Bewährtes bewahren. Er hat in den 30 Jahren seiner Tätigkeit bei Serter eine Hausmacht um sich versammelt. Zanker noch nicht. Er braucht ein Team, das offen ist für Veränderungen, das in gewisser Weise agressiv ist und voller Gestaltungswillen. Dabei muß auf Integration geachtet werden - nicht Konfrontation.

In diesem Kontext werden spezifische Abläufe aufs Korn genommen. Sie haben sich über „Try and Error“ irgendwie über die Jahrzehnte gebildet. Nun sind sie verkrustet; sind Ewigkeitswerte geworden.

Im Bereich Entwicklung und Konstruktion haben sich besonders harte Krusten gebildet. Viele der hinterfragten Zustände schaden aber dem Unternehmen - jetzt und auf Dauer. Das ist beunruhigend.

Vorhandenes Material soll wiederholt verwendet werden. Jeder weiß es, alle wollen es, keiner tut es. Nicht nur in diesem Zusammenhang wiegt Bleibtreu gerne den Kopf und benutzt die Wendungen wie  „Ja, aber“ oder „geht nicht, weil“ oder "haben wir schon einmal versucht - war nix".
Zur Erinnerung: der Nutzen wiederholter Teileverwendung ist keine wirtschaftliche Kleinigkeit. Er kann leicht in die Millionen gehen!
Unter anderem richtet sich der Blick auf das eingesetzte Nummernsystem. Es existiert nicht nur eines. Es stammt noch aus der Zeit der Gründerväter. Das muß kein Nachteil sein, aber die Welt hat sich seitdem verändert: nicht immer gab es IT und ERP. Auch PDM und CAD waren noch unbekannt. In diese Umgebung soll ein 40-50 Jahre altes Nummernsystem passen?

Es stehen sich zwei "Parteien" gegenüber. Sie sind in gegensätzlicher Weise befangen. Einerseits die eingesessenen Mitarbeiter um Bleibtreu. Andrerseits das "progressive" Lager, an der Spitze CTO Kurt Zanker. 

Dieser steht in der Pflicht, die Unternehmenszahlen bald und deutlich zu verbessern. Darauf achtet die Eignerfamilie jeden Monat aufs Neue.
Zanker muß das Mittelmanagement und die Basis mit durchschlagenden Argumenten überzeugen. Ein Hoffnungsblümchen blüht: immer mehr Mitarbeiter sehen, daß im Lauf der Jahre der Glanz des Alten (hier ist nicht Bleibtreu gemeint) verblasst ist. Zeitgemäße Systematiken und Abläufe müssen Serter zukunftsfest machen.

  • Unterstützt die Serter-Nummernsystematik die Suche nach Wiederholteilen?
  • Ist sie anpassbar auf Veränderungen im Teilespektrum, z.B. nach Firmenfusionen?
  • Wird ein Material eindeutig identifiziert?
  • Wie wird der Erfolgsnachweis der Nummern-Anwendung geführt?
  • Inwieweit unterstützen die gängigen IT-Systeme (ERP, PDM, CRM) den aktuellen Nummerntyp? Und so weiter.

Der Leser prüfe die eigenen Verhältnisse: in vielen Unternehmen gibt es dazu (noch) keine Antwort. Zanker muß handeln. Neben der technisch-organisatorischen Fragestellung muß die Wirtschaftlichkeit, die Unterstützung durch die konservativen und die progressiven Kräfte gegeben sein. Insbesondere die Kapitaleigner müssen überzeugt sein. Zwei Lösungen erscheinen denkbar:

 Alternative 1: Zanker gibt per Dekret vor, die Systematik der Sachnummer auf neue Füße zu stellen. Die Praxis zeigt, daß dies selten eine gute Lösung ist. Die Akzeptanz der Anwender bleibt nicht nur aus, sondern schlägt um in Opposition. Zankers Autorität wird gefährdet. Energie wird in Grabenkriegen vergeudet. Zanker kann gehen.  

Alternative 2: die Bleibtreu-Fraktion setzt sich durch. In der Folge unterbleiben jegliche Änderungen. Zanker kann gehen.

Beide Alternativen rufen kaum Begeisterung hervor. Die Kernfrage lautet: wo stehen wir? Sie entscheidet darüber, was, warum und wann es anders werden muß. „Ich weiß nicht, ob es besser wird, wenn sich etwas ändert; ich weiß aber, daß es anders werden muß, damit es besser werden kann“ (C.Lichtenberg). Serter vertraut sich einem externen neutralen Experten an. Von ihm wird erwartet, daß die Analyse auf Stärken und Schwächen, aber auch Vorschläge zur nachhaltigen Optimierung binnen weniger Tage auf dem Tisch liegen. Fast noch wichtiger: Zanker und Bleibtreu treiben partnerschaftlich das Projekt an, weil sie die großen Vorteile sehen.

 

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