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Die Sachnummer: Kellerkind der Ingenieure (2)

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Im vorigen Beitrag wurde die Sachnummer behandelt. Der weit verbreitete Nummerntyp „Verbundschlüssel“ wurde vorgestellt und analysiert am Beispiel:

214461.0117

Das gesamte Gebilde ergibt die Ident-Nr. eines Materials. Schon in den 60er Jahren des vergangenen Jahrhunderts wurden die Begrenzungen dieses Nummerntyps erkannt. Schließlich wurde der Ausweg gefunden: das „verbunden sein“ beider Nummernteile wurde aufgehoben – sie wurden voneinander getrennt.

 So entstand einerseits ein selbständiger sprechender Anteil und andrerseits die autonome Zählnummer. Letztere identifiziert eindeutig ein Material innerhalb des gesamten Bestands (typischerweise 20.000 bis 60.000 Materialstämme) eines Unternehmens.

 Der sprechende Anteil kann ausgerichtet werden auf das Ziel, Wiederholverwendung zu fördern. Dazu müssen in Funktion und Geometrie ähnliche Teile zusammengefasst werden. Das geschieht über Klassen Der sprechende Teil wird also ausgebildet als Klassifizierung. Da Wiederverwendung das Ziel ist, darf die Verwendung natürlich nicht Teil des sprechenden Teils sein, wie vom Verbundschlüssel gewohnt.

 Beim Nummern-Design für ein Unternehmen muss die Klassifizierung entworfen werden. Das erfolgt teils firmenspezifisch (Zeichnungsteile), teils übergreifend (Kaufkomponenten, Normteile). IT-technisch gesehen, ist die Zählnummer der Zugriffschlüssel zum Materialstamm. Die Klassifizierung ordnet das Material einer Klasse zu. Sie steht im Datenteil des Materialstamms. Diese Parallelisierung eröffnet viele Möglichkeiten. Hier einige davon:

  • Die Zählnummer kann vollautomatisch vergeben werden,
  • Ein Überlauf der Zählnummer ist ausgeschlossen,
  • Die Klassifizierung muss nur für Wiederholteile vergeben werden,
  • Die Klassifizierung kann angepasst werden (z.B. nach Fusion mit anderen Unternehmen),
  • Klassifizierung und Zählnummer eines Teils können gemeinsam angezeigt werden. So ergibt sich das gewohnte Bild aus sprechendem und zählendem Anteil.

 Die parallele Existenz beider Nummernteile gab diesem Nummerntyp den Namen „Parallelschlüssel“. Er kann formal genauso aussehen wie ein Verbundschlüssel, da die Anzeige im Trägersystem (ERP, PDM,…) gestaltbar ist. Allerdings hat der sprechende Anteil nun eine Bedeutung, die dem Ziel der Mehrfachverwendung folgt.

 Soll nun ein Parallelschlüssel an die Stelle des Verbundschlüssels treten, so sind drei wesentliche Komplexe abzuarbeiten:

  • Entwurf einer geräuschlosen Ablösestrategie alte/neue Nummer,
  • Entwicklung und Implementation der Klassifizierung,
  • Ausbreiten der Klassifizierung über den existierenden Materialbestand.

 Randthemen wie Schlagwörter, Synonyma, Sachmerkmalleisten, Wahl des IT-Trägersystems usw. sind Nebenaspekte der drei Komplexe. Daher werden sie hier nicht behandelt.

PROCAD: neue Eigentümer

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PROCAD, Entwickler und Anbieter der PDM-Lösung PRO.FILE, hat einen Investor gefunden. Der neue Mehrheitseigentümer heißt LEA Partners und hat seinen Sitz in Karlsruhe - genau wie PROCAD. Viele der LEA-Partner sind Absolventen des KIT (Karlsruhe Institute of Technology).

Der bisherige Geschäftsführer und Gründer von PROCAD, Volker Wawer, verbleibt in seiner Funktion. Wawer hatte PROCAD übernommen, als die bisherigen Gesellschafter - darunter ISYKON und EXAPT - ausgestiegen waren. Auch ein personeller Aderlass in Richtung SAP konnte Wawer nicht beirren: er führte PROCAD sehr erfolgreich zu seiner heutigen Bedeutung.

Bei PROCAD hatte man schnell die Verwandtschaft zwischen PDM und DMS (Document Management System) erkannt und das System auch in diese Richtung weiterentwickelt. So wurde die Lösung auch im Versicherungswesen und in Verwaltungen eingesetzt.

Wir wünschen PROCAD weiterhin viel Erfolg beim Spiel in der Mittelstands-Liga von PDM.

Geht doch! Mittelstand stemmt Modularisierung

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Im Sommer 2018 konnten IBF und ein Mittelstands-Kunde ein weiteres Projekt "Standardisierung-Modularisierung" (STAMOD) als durchgängigen Erfolg feiern. Das Unternehmen ist ein typischer Mittelständler im Maschinenbau mit ca. 160 Mitarbeitern.

Genau diese Unternehmensgröße ist oft kritisch. Zugleich mit dem Wachstum muss der Übergang von handwerklichen zu industriellen Strukturen bewältigt werden. Das Stammhaus des Kunden liegt in NRW, eine Tochterfirma mit Konstruktion und Produktion wurde in Polen aufgebaut. Eine IT-Landschaft - CRM, CAD, PDM, ERP und Randanwendungen - mit beträchtlicher Komplexität wurde angetroffen. Das Projekt erfasste das gesamte Unternehmen. Einige Highlights: 

  • Verankern einer neuen Begriffs- und Prozesswelt im Personal beider Standorte,
  • Aufbau von Modul- und Variantenbaukästen mit Regelwerken,
  • Entwicklung von Konfiguratoren mit Tests, die Definition neuer Prozesse für das Arbeiten mit Moduln sowie deren Pflege,
  • Aufbau neuer Organisationseinheiten mit Verantwortungsprofilen, 
  • Aufbau von Angebots-Textbausteinen zu jedem Modul,
  • Einführung von Erfolgsmessungen für ein periodisches, automatisiertes Berichtswesen. 

So ziemlich alles hat sich verändert, besonders das Denken und das darauf basierende Handeln. Die Marge pro Auftrag, der Konstruktionsaufwand pro Auftrag haben sich dramatisch verbessert - im zweistelligen, mittleren Prozentbereich. Die Änderungsfrequenz der Produkte wurde stark gesenkt, ohne dass die Innovation leidet. Die Messungen sind heute fester Bestandteil des Berichtswesens.

In der Produktion konnte inzwischen die Kleinserienfertigung von auftragsneutralen Moduln aufgenommen werden. Dabei bleibt die Erfüllung von Sonderwünschen des Kunden problemlos möglich.Das STAMOD-Projekt hat sich als "Selbstläufer" institutionalisiert. Alle Unternehmensbereiche sind einbezogen in Anwendung und Pflege der Standards und der Moduln. 

Das gesamte Projekt lief über 2 1/2 Jahre. Es hat ca. 200 Manntage an kundenseitiger Personalkapazität erfordert - also 7 Manntage pro Monat. IBF rechnete ca. 50 Beratungstage ab, also max. 2 Tage pro Monat. Allen hat es Spass gemacht - trotz gelegentlicher Knirschgeräusche. Das Projekt wurde allein mit eigenem Personal bewältigt.

Vielleicht besonders überraschend: alles wurde "mit Bordmitteln" erreicht, also ohne Investitionen in zusätzliche Soft- oder Hardware! Falls Sie Näheres  zu dem Projekt wissen wollen: rufen Sie an +49 (0)711-2488-698 oder kontaktieren Sie IBF per E-Mail unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!  - genauso kam übrigens der Kontakt dieses Kunden mit IBF zustande. 

Standardisierung-Modularisierung: Seminar in Dortmund

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IBF Stuttgart stellt auf Einladung des Softwarehauses ORISA seine praxiserprobten Beratungsansätze vor (21.06.18 in Dortmund, Radisson Hotel). Der unabhängige Berater und der Lösungsanbieter ergänzen sich: in vielen Unternehmen fehlen die organisatorischen Voraussetzungen für den Einsatz von Produktkonfiguratoren. Ohne diese Voraussetzungen mißlingt fast jedes Projekt. IBF erörtert mit den Teilnehmern folgende Fragen:

  • Woran erkennt man, ob Modularisierung erforderlich ist?
  • Wie können Moduln definiert werden?
  • Wie entsteht das Regelwerk zur Auswahl von Moduln?
  • Welche Prozesse (Auftragsabwicklung, Pflege von Moduln) müssen verankert werden?
  • Wie wird der Erfolg gemessen?

Unternehmen aus dem Maschinenbau und der Baustoffindustrie haben Teilnehmer angemeldet.  

 

Kontakt

IBF Stuttgart
Dr.-Ing. Dieter Franz

Bernsteinstr. 120
70619 Stuttgart

info@ibfstuttgart.de

T: +49(0)711-2488-698
F: +49(0)711-2488-765

 

Erreichbarkeit

  • Jederzeit: E-Mail an d.franz@ibfstuttgart.de mit Ihrer Angabe zum Medium (Telefon oder E-Mail) sowie gewünschtes Zeitfenster zur Rückantwort.
  • Montag bis Freitag: 09:00-18:00 Uhr